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Weidehaltung vs. Massentierhaltung – lohnt es sich für Deine Gesundheit?

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Fleisch spielt in der Paleo-Ernährung eine große Rolle, denn es bietet unserem Körper wichtige Bausteine in Form von Eiweiß, guten Fetten, Vitaminen und Mineralstoffen.

Als ich mit der Paleo-Ernährung begonnen habe, stand die Qualität der Lebensmittel noch nicht so stark im Vordergrund – es sollte bezahlbar, schnell zu besorgen und Paleo-konform sein. Doch auf dem Weg zur Selbstoptimierung beschäftigen wir uns früher oder später zwangsläufig mit der Nahrungsqualität.

Wer sich mit Paleo beschäftigt, der verändert Stück für Stück seine Einstellung zu Nahrung. Man entwickelt ein Bewusstsein für das, was man isst. Wer die Philosophie von Paleo wirklich lebt, der möchte sich auch respektvoll gegenüber der Natur verhalten. Besonders beim Thema Tierhaltung gerät der ein oder andere schnell an moralische Grenzen und sucht einen Weg, Massentierhaltung nicht weiter zu unterstützen. Es ist ein allgemeiner Trend zu mehr Transparenz in der Nahrungsmittelindustrie zu erkennen. Viele Menschen fordern Haltungskennzeichnung, mehr Regionalität und die Verringerung von Verschwendung, was uns allen zu einer besseren Ernährung verhelfen kann.

Der Umstieg auf Fleisch aus Weidehaltung ist heutzutage sehr einfach geworden und absolut sinnvoll. In diesem Beitrag möchte ich dir die Vorteile der Weidehaltung aufzeigen und dir Tipps zum Umstieg geben.

Weidehaltung – Was bedeutet das?

Der moderne und gesundheitsbewusste Mensch sehnt sich nach einem artgerechteren Lebensstil. Bewegungsmangel, der Konsum industrieller Nahrung, Stressbelastungen und der Aufenthalt in geschlossenen Räumen soll reduziert werden.

Genau dieselben Bedürfnisse haben auch die Tiere, die wir essen. Sind die Haltungsbedingungen gesünder, dann ist auch das Tier gesünder, was sich am Ende in der Fleischqualität widerspiegelt.

Die artgerechte Haltung auf der Weide bietet folgende Vorteile für das Tier:

  • genügend Auslauf im Freien
  • natürliches Licht
  • Rückzugsmöglichkeiten
  • Raum für das natürliche Triebverhalten
    • Rangverhalten
    • Spieltrieb
    • Erkundungstrieb
    • Interaktion mit Artgenossen (säubern, spielen, kämpfen)1

Ich beobachte gern Kühe auf der Weide, das ist für mich eine Form der Entspannung.

Im Harz habe ich neulich verschiedene Weiden mit Galloway- und Highland-Rindern gesehen. Eine Zeit lang haben wir die Tiere beobachten können. Sie haben mit dem frischen Heu gespielt, sich gegenseitig gesäubert und die Männchen haben ab und zu die Hörner spielen lassen. In der Massentierhaltung ist das nicht möglich.

In Holland habe ich das erste mal gesehen, dass Kühe auch rennen können, doch die wenigsten haben diese Möglichkeit.

Große Weiden, frisches und saftiges Gras – glückliche Kühe aus Holland.
Große Weiden, frisches und saftiges Gras – glückliche Kühe aus Holland.

Natürlich schwebt immer die Tatsache mit, dass die Tiere früher oder später für den Verzehr getötet werden. Doch auch dieser Prozess geschieht bei der Weidehaltung mit höchstmöglichem Respekt.

Die Weideschlachtung geschieht direkt vor Ort, ohne dass das Tier lebend transportiert und dabei unnötig gestresst wird.

Alles in allem ist Weidehaltung eine gute Sache für Tier, Natur und Mensch.

Vorteile von Weidefleisch

Wie zu erwarten, schlagen sich die Haltungsbedingungen auf die Qualität des Fleisches aus. Studien zeigen, dass Geschmack und Inhaltsstoffe bei Weidefleisch besser sind, als im Vergleich zu Fleisch aus Massentierhaltung.

Geschmack

Einen großen Einfluss auf Geschmack hat die Schlachtung der Tiere. Konventionelle Schlachtung ist mit viel Stress vor dem Tod der Tiere verbunden, d.h. sie schütten Stresshormone aus, die die Biochemie des Muskelfleisches verändern. Eine Untersuchung der Universität Kassel hat gezeigt, dass die Hofschlachtung mit der Kugelschussmethode gegenüber der klassischen Schlachtung viele Vorteile bietet. Signifikante Unterschiede bestanden bei den Parametern Zartheit, der Fleischfarbe und des Wasserhaltevermögens.2

Nährstoffe

Weidefleisch schmeckt nicht nur besser, sondern es bietet auch mehr Nährstoffe. Mehrere Studien weisen ein besseres Fettsäureprofil von Weidefleisch auf. Hervorzuheben ist insbesondere ein besseres Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren, welches nahezu im Optimalbereich bei 3:1 liegt. Fleisch aus Massentierhaltung liegt dagegen bei 10:1 und in vereinzelten Studien sogar noch höher. Weidefleisch enthält überdies weniger Transfettsäuren.3 Wenn Du also zu Entzündungen im Körper neigst, kann Weidefleisch eine gute Alternative sein.

Dieselbe Studie zeigt auch auf, dass Weidefleisch mehr Vitamin A, Vitamin E und Antioxidantien enthält. Eine weitere amerikanische Studie konnte höhere Werte der B-Vitamine Thiamin und Riboflavin nachweisen.4

Beachtet werden sollte dabei, dass es hinsichtlich des Nährstoffprofils auch auf die Qualität des Bodens und der darauf wachsenden Gräser ankommt.5

Schadstoffe

Massentierhaltung bietet Ausgangsbedingungen dafür, dass die Tiere krank werden. Die enge und dreckige Umgebung in Verbindung mit wenig Frischluft trägt dazu bei, dass sich Keime und Viren verbreiten. Das Immunsystem von Stalltieren ist anfälliger, was dazu führt, dass die Tiere öfter krank sind. Der Mensch löst das Problem in der Folge mit Gaben von Antibiotika, die wir dann wiederum mit essen. 3,4

Weidefleisch enthält weniger Bakterien (Escherichia coli und Campylobacter) und weniger Antibiotika, weil letztere kaum benötigt werden.6,7

3 Tipps zum Umstieg auf Weidefleisch

Wenn Du vom gesundheitlichen Mehrwert und den moralischen Aspekten profitieren möchtest, dann kann Weidefleisch eine Bereicherung für dich sein. Hier findest Du noch ein paar Tipps zum Umstieg auf Weidefleisch:

Menge reduzieren

Wie Du siehst, hat Weidefleisch mehr Inhaltsstoffe. Dadurch kannst Du die Menge ruhig etwas reduzieren. Wenn Du weniger verarbeitetes Fleisch isst (Wurst und Co.) und stattdessen auf ganzes Fleisch (Steaks und Co.) zurückgreifst, passiert dies ganz automatisch.

Kosten senken mit dem „Nose-to-Tail Prinzip“

Wenn Du von der guten Qualität der Weidetiere profitieren willst, dann kannst Du auch andere tierische Bestandteile essen. Beim „Nose-to-Tail Prinzip“ werden alle Bestandteile des Tieres verwertet. Innereien wie Leber, Niere und Herz sind besonders beliebt, denn sie enthalten noch mehr Vitamine und Mineralien als Muskelfleisch. Im Fleischatlas der Heinrich-Böll-Stiftung findest du dazu eine gute Übersicht:

Über Fleisch und die Welt
Über Fleisch und die Welt

Quelle: https://www.boell.de/de/2018/01/05/alle-infografiken-aus-dem-fleischatlas-2018
CC-lizensiert (CC-BY 4.0)

Bezugsquellen von Weidefleisch

Weidefleisch wird von vielen Bauern Deiner Region angeboten. Du bekommst es direkt ab Hof oder auf Wochenmärkten. Diese Form des Kaufs ist sehr persönlich und gibt dir die Möglichkeit Bauer, Tier und Hof kennenzulernen. Eine gute Landkarte zu Weidefleisch-Höfen hat Felix Olschewski auf weidefleisch.org angefertigt.

Eine weitere Möglichkeit, die immer populärer wird sind Online-Bestellservices, bei denen auf Nachfrage geschlachtet wird. Erst wenn sich genug Käufer gefunden haben, wird das Tier geschlachtet.

Ich greife außerdem gern auf Wildfleisch zurück, welches vom Jäger geschossen wurde (Wildbret). Dies ist meist sehr günstig zu bekommen. Hier findest Du eine Anbieterübersicht: Wildbretsuche

Fazit

Paleo ist mehr als nur eine Ernährungsform, es ist eine Lebenseinstellung. Der Respekt vor Natur und Tier gehört dabei zu dieser Einstellung dazu. Es wäre doch kontrovers, selbst artgerecht zu leben und anderen Lebewesen diese Möglichkeit zu nehmen. Eine Ernährung mit Weidefleisch bietet überzeugende Vorteile und ist ein Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Gesellschaft.

Quellen:

  • 1 http://weidefleisch.org/tierwohl/
  • 2 Katrin Juliane Schiffer (2015) Hofschlachtung von Rindern per Kugelschussmethode. Universität Kassel, ISBN 978-3-8440-3951-1.
  • 3 Daley, Cynthia A.; Abbott, Amber; Doyle, Patrick S.; Nader, Glenn A.; Larson, Stephanie (2010): A review of fatty acid profiles and antioxidant content in grass-fed and grain-fed beef. In: Nutrition Journal 9 (1), S. 10. DOI: 10.1186/1475-2891-9-10.
  • 4 S.K. Duckett, J.P.S. Neel, J.P. Fontenot, W.M. Clapham (2009) Effects of winter stocker growth rate and finishing system on: III. Tissue proximate, fatty acid, vitamin and cholesterol content Journal of Animal Science, 87, pp. 2961-2970
  • 5 J.M. Leheska, L.D. Thompson, J.C. Howe, E. Hentges, J. Boyce, J.C. Brooks, B. Shriver, L. Hoover, M.F. Miller (2008). Effects of conventional and grass-feeding systems on the nutrient composition of beef Journal of Animal Science, 8, pp. 3575-3685
  • 6 Callaway, Todd R.; Carr, M. A.; Edrington, T. S.; Anderson, Robin C.; Nisbet, David J. (2009): Diet, Escherichia coli O157:H7, and cattle: a review after 10 years. In: Current issues in molecular biology 11 (2), S. 67–79.
  • 7 Krueger, N. A. et al. (2008). Prevalence and Concentration of Campylobacter in Rumen Contents and Feces in Pasture and Feedlot-Fed Cattle. FOODBORNE PATHOGENS AND DISEASE Volume 5, Number

Über den Autor

Martin Krowicki ist studierter Sportwissenschaftler und arbeitet als Gesundheitscoach für Unternehmen. Er will sein Umfeld dazu motivieren, mehr Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Deshalb schreibt er unter anderem auf SchnellEinfachGesund.de über die Einfachheit eines gesunden Lebensstils. Weitere Artikel von ihm findest Du im Magazin Metal Health Rx und auf myProtein.
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Zusammenfassung
Gastartikel: Weidehaltung vs. Massentierhaltung – lohnt es sich für Deine Gesundheit?
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